ICANN und die neuen Domainendungen – Was hälst Du davon?
Juni 28, 2008 by Markus
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Neben Bill Gates letztem Arbeitstag ging vor allem ein Thema durch die Blogosphäre: Die ICANN will es ab 2009 Unternehmen mit ausreichend Kapital ermöglichen, jede beliebige Top-Level-Domain zu erwerben.
Nur gewisse Marken und moralisch bedenkliche Domains sind hierbei ausgeschlossen.
Domains, wie
partei.berlin
vollderproll.blogmillionaer
aral.tankstelle
you.porn oder
rechts.anwalt
könnten dann bei der ICANN erworben / registriert / ersteigert werden.
Kosten für eine TLD
Zwischen $100.000 und $500.000 sollen laut Aussagen der ICANN, eine TLD kosten. Nicht für Jedermann erschwinglich. Die ICANN rechtfertigt die stolzen Preise mit dem Aufwand, für die Verwaltung und Aufrechterhaltung der komplexen Strukturen, die im Internet herrschen.
Moralisch bedenkliche TLDs
Gleichzeitig äußerte die ICANN aber auch, dass moralisch bedenkliche Top-Level-Domains nicht akzeptiert würden. Also aus kamerad88.nazi oder member01.kkk, wenn KKK dann auch für den Ku-Klux-Klan stehen sollte, wird dann hoffentlich erst mal nichts.
Ob auch Unternehmen im Erotikbereich, die ja zusammen mit Pokerseiten wahrscheinlich zu den zahlungskräftigsten im Netz zählen, Endungen wie .porn oder .sex betreiben können bleibt ungewiss.
Ich gehe aber stark davon aus, dass gerade diese Unternehmen mit die ersten sein werden, die sich solche TLDs sichern.
Was denkt die Bloggerwelt?
Mich hat dabei sehr interessiert was andere Blogger zu diesem Thema zu sagen haben.
Nach ein bisschen Recherche, habe ich interessante Meinungen gefunden, die ich in Auszügen hier zeigen möchte. Natürlich lohnt sich auch ein Besuch beim Blogger selbst um ein vollständiges Bild zu bekommen.
Andreas-Knops vom gleichnamigen Blog
“Grundsätzlich finde ich das ganze eine gute Idee da so dass Internet weiter wachsen wird und vielseitiger werden wird. Hervorzuheben ist auch, dass der Missbrauch der neuen TLDs durch die ICANN verhindert werden soll”
Kay Andre Becker vom Druckerei-Blog
“Diese tolle Idee wird wahrscheinlich die gesamte Weblandschaft durcheinander wirbeln, wenn sich jeder mit seiner eigenen sinnvollen oder unsinnigen Endung durchsetzen kann.”
Engelbert Lackner vom SaarBreaker Blog
“Lassen wir uns überraschen, was die Kommerzialisierung des Internets noch so alles an Unsinn bringen wird. Übersichtlicher und besser wird es dadurch sicherlich nicht.”
Roman Zenner vom cooee eCommerce Blog
“Alles in allem klingt dieser Vorstoß für mich wie eine dieser typisch Sommerlochsideen mit hohem Unterhaltungswert und wenig Sinn – meiner Meinung nach erweist die ICANN der Internetwelt einen Bärendienst.”
Im englischsprachigen Raum vielen die Reaktionen teilweise noch drastischer aus. Ein Beispiel, der sehr bekannte Gizmodo Technik / Gadget Blog bezeichnet die Einführung der neuen Top-Level-Domains als “Worst Idea Ever”

Ich denke die Umstellung wird sicherlich einige Probleme mit sich bringen. Vor allem weil auch schon seitens der ICANN angekündigt wurde, dass wahrscheinlich maximal 5000 solcher Domainendungen aus technischer Sicht registriert werden können.
Schaden für .com Domains?
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Domains wie sex.com, die angeblich wertvollste .com Domain, durch die Einführung von .porn an Wert verlieren könnte.
Auf der anderen Seite wurden in der Vergangenheit schon einige Top-Level-Domains wie
- .name für Privatpersonen
- .biz für Unternehmen
- .pro Für Berufsgruppen wie Ingenieure, Ärzte oder Rechtsanwälte
eingeführt. Während die Leser dieses Blogs mit diesen Domainendungen wahrscheinlich was anfangen können, bin ich mir relativ sicher, dass nicht so Technik-/Computer-affine Menschen diese Endungen noch nie gesehen bzw. bewusst wahrgenommen haben.
Werden sich die Domains durchsetzen?
Wie erfolgreich neue Top-Level-Domains werden, hängt letztendlich auch von der Akzeptanz der Benutzer an.
Die dotBERLIN GmbH & Co. KG, welche sich schon seit längerer Zeit für die Schaltung einer .berlin Domain einsetzt, wird sicherlich einige lokale Berliner Unternehmen dazu motivieren eine .berlin Domain zu registrieren.
pizza.berlin könnte sich vielleicht auch wirtschaftlich rechnen. Ob aber die dotBERLIN GmbH & Co. KG die Gebühren von 100.000 – 500.000 mit Registrierungsentgelten so schnell refinanzieren kann, bleibt fraglich.












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